Meine Welt wird eng

Gestern hatte ich ein sehr unschönes Erlebnis, welches mich sehr aufgeregt hat und es immer noch tut. Vorgesehen war, dass wir an der Jahreshauptversammlung des Naturheilvereins in der Pumpe teilnehmen. Daraus wurde für Viktor und mich nichts. Die Geschäftsleitung der Pumpe besteht auf Maskenpflicht von und zum Platz. Auch mit Attest, dass vom Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung aus gesundheitlichen Gründen abzusehen ist. Ich verfüge über ein solches Attest, weil ich Asthmatikerin bin und neben Atemnot mit Beklemmungen und Panikattacken zu kämpfen habe, wenn ich so einen Lappen trage. Trotz meiner persönlichen Überzeugung, dass diese Stofflappen von keinerlei Nutzen sind, außer einer verängstigten Bevölkerung das Gefühl zu geben, etwas tun zu können, habe ich, als es Pflicht wurde sich zu verhüllen, genau das getan und dafür mit Atemnot, Migräneanfälle, Beklemmungen und Panikattacken bezahlt. Dies wurde so schlimm, dass ich das erste Mal seit Jahren wieder Asthmaspray brauche. Daraufhin hat mir mein Arzt ein Attest ausgestellt, welches mich von der Pflicht eine Maske zu tragen befreit. Die Geschäftsleitung der Pumpe bestand nun darauf, unter Berufung auf die Vorgaben der Stadt, dass ich, sollte ich das Haus betreten eine Maske zu tragen hätte. Da mir der Naturheilverein wichtig ist, habe ich mich gefügt, bin in Fahrstuhl mit Maske landete im ersten Stock und kriegte kaum noch Luft, der Flur zum Raum war menschenleer und der Weg kurz. Also habe ich das Teil abgenommen und bin in den Raum gehuscht. Kurz darauf erschien der Leiter und ermahnte mich, sollte ich noch einmal gegen die Anordnungen verstossen, würde er mir Hausverbot erteilen. Die Entscheidung habe ich ihm abgenommen, in dem ich gegangen bin. Wie Viktor auch.

In den Coronaregeln, des Landes Schleswig-Holstein heißt es zu den Ausnahmen der Maskenpflicht:

Personen, die aufgrund körperlicher, geistiger oder psychischer Beeinträchtigung (einschließlich Behinderungen) nicht in der Lage sind, eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen, sind von der Tragepflicht ausgenommen. Das betrifft insbesondere einen Personenkreis, für den auch Bedeckungsalternativen nicht in Frage kommen. Menschen mit Hör- oder mit Sprachbehinderungen dürfen eine Mund-Nasen-Bedeckung auch abnehmen, soweit dies zum Zwecke der Kommunikation mit anderen erforderlich ist

An einen Nachweis sind keine hohen Anforderungen zu stellen. Ein Nachweis kann ein Schwerbehindertenausweis, Allergikerausweis oder ähnliches sein, verbunden mit der Glaubhaftmachung des Betroffenen, dass aufgrund medizinischer oder psychischer Beeinträchtigung das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung nicht möglich ist. Nicht erforderlich ist die Vorlage einer ärztlichen Bestätigung. Sollte diese aus Sicht des Betroffenen aber hilfreich sein, dann muss daraus lediglich zu erkennen sein, dass diese Bestätigung von einem Arzt ausgestellt worden ist und derjenige, der sich auf diese Ausnahme beruft, daraus erkennbar ist. Eine gesonderte Begründung des Arztes ist dabei nicht erforderlich und gewollt. Vergleichbare Bescheinigungen können auch von Psychotherapeuten ausgestellt werden.

https://www.schleswig-holstein.de/DE/Schwerpunkte/Coronavirus/FAQ/Fragen_und_Antworten/Gesundheit_Hygiene/maskenpflicht_s.html

Nun bin ich am Recherchieren, wie Rechtens die Anordnung des Herrn P. war und wenn sie es war, bedeutet es, dass Menschen, die aus guten Gründen keine Maske tragen können, von Teilen des gesellschaftlichen Lebens ausgeschlossen sind?

Übrigens: Zuvor war ich in der Stadtbücherei und zwar ohne Maske. Es gab keinerlei Probleme, nicht einmal eine Nachfrage.

Übrigens-2: Mein Versuch die Maske zutragen, mal ganz abgesehen von der Auseinandersetzung, hat mir wieder einmal einen Migräneanfall, sowie eine Nacht voller Alpträume beschwert.

Übrigens-3: In Kiel gibt es zur Zeit keinen einzigen Infektionsfall!

Karin Braun
Mein Name ist, wie unschwer zu erraten, Karin Braun und ich lebe in Kiel, bin aber meistens eher im Wolkenkukusheim unterwegs, was eben auch zu meinem Beruf führte. Ich bin Autorin und Buchbloggerin. Neben der Literatur interessiere ich mich für Philosophie, Ernährung und tüddel gerne mit Wolle herum

4 Kommentare

  1. Übrigens 4:

    Gegen die Wahrnehmung eines Hausrechtes wirst Du mit Deinem Attest auch nichts ausrichten können. Der Gastgeber – in dem Fall ein privater Verein – bestimmt die Regeln und hat das Recht sie durchzusetzen, egal, was in entsprechenden Verordnungen steht und auch egal, was Deine persönlichen Befindlichkeiten angeht.
    Wenn Die verlangen würden, dass Du nur mit grünen Socken eingelassen werden kannst, könntest Du dagegen auch nichts machen.
    Genausowenig wie ich dagegen, dass in gewissen Restaurants Kravattenzwang besteht. Will ich mir so ein Möbel nicht umwürgen, muss ich halt auf den Restaurantbesuch verzichten.
    Das hat auch nichts mit Diskriminierung zu tun – und deshalb leitet sich daraus auch kein Rechtsanspruch auf den Restaurantbesuch ab.

    Anders sieht es bei der – in öffentlicher Hand befindlichen – Bibliothek aus.
    Die müssen sich an die gesetzlichen Vorgaben halten.

  2. Puh, von der Pumpe hätte ich das nicht erwartet, die sollen sich was schämen

    Das Wetterchen hat mich auch von der Terrasse gejagt, als ich mich grade eine halbe Stunde gemütlich mit Kaffee und Buch in meinem neuen Liegestuhl entspannt hab. Dank Nachbarins Ansage „es tropft“ konnte ich so eben noch alles schnell rein bringen, eine Minute später klatschte das Wasser schon an die Tür (hatte ich noch nicht, die Terrasse ist überdacht!), und eine Viertelstunde später konnte ich meine umgekippten Blumentöpfe wieder in die Sonne stellen. Und dann kam auch die Unwetterwarnung, kicher…
    Liebe Grüße!

    1. Die Pumpe hat einen neuen Leiter. Der Mann heißt Papst. Gibt doch zu denken. Der Regen gestern hat die schöne große Mohnblume gekillt, aber mir ansonsten gut getan. Das schwüle Wetter kann ich immer gar nicht gut ab.

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